Vorn der westlicher Teil der Schmierölfabrik, Synthese und Kraftwerk im hinteren Bildteil (1938)
Blick von West 1939

Chronik zur Chemiegeschichte am Standort Krumpa/Geiseltal

1936

Am 26. März 1936 wird die Gründung der "Mitteldeutschen Treibstoff- und Oelwerke A.G. Kassel", bekannt gegeben. Sie wird von der Wintershall AG mit Sitz in Kassel beauftragt ein Treibstoffwerk im Geiseltal zu errichten.

  • Als Standort empfahl sich das Werksgelände der ehemaligen "Kursächsischen Gas und Kraft GmbH“ in Lützkendorf, die hier eine Generatorenanlage zur Vergasung gesiebter Braunkohle errichtet hatte, welche infolge des Versailler Vertrags stillgelegt werden musste und zum Teil schon demontiert war.
  •  Der 26. Oktober 1936 verzeichnet den offiziellen Baubeginn für das geplante Werk Lützkendorf der Wintershall A.G. Die noch vorhandenen Kohleförderanlagen zur Grube „Cecilie“, die man von der Anhaltinischen Kohlewerke AG erworben hatte, wurde weiterhin genutzt  und somit war man unabhängig von einem Fremdbezug an Braunkohle.
  •  Zur Herstellung von Benzin und Dieselöl war der Bau einer Fischer-Tropsch-Anlage bei Anwendung der selbstentwickelten Schmalfeld-Vergasung sowie einer Schmierölfabrik vorgesehen.

1937

  • Im Januar 1937 Baubeginn der Ofenhallen für Kontaktöfen.
  • Im April 1937 folgten die ersten Vergasergruppen zur Wassergaserzeugung.
  • Im Mai 1937 wurde das Verwaltungsgebäude fertig gestellt. Die Verlängerung der vorhandenen Kohle-Bandbrücke sowie der Bau der Fundamente für den neuen Kohlebunker wurden realisieret.
  • Baubeginn der Katorfabrik für die Herstellung der benötigten Prozesskatalysatoren. Die Katorfabrik unterstand der neugegründeten Katorfabrik Lützkendorf GmbH mit Sitz in Mücheln.
  • Fertigstellung der Kraftzentrale. Aktivkohleanlage, Destillationsöfen, Gasometer I u. II folgen.
  • August Aufbau der Benzinverladung.
  • Im 2. Halbjahr werden die Stauberzeugung, die Alkazidanlage, die Clausanlage, weitere Vergasergruppen, die Öldestillationsanlage, die Krackanlage sowie das Labor gebaut.
  • Im Oktober erfolgt die Fertigstellung des Kohlebunkers.
  • Im Dezember Baubeginn für den 110 m hohen Schornstein des Kesselhauses. Er wird 1943/1944 um 50% zurückgebaut, um nicht als Orientierungshilfe für die alliierten Bombengeschwader bei Einnebelung des Werkes zu dienen. Eine Aufstockung auf die ursprüngliche Höhe erfolgte erst wieder 1953.
  • Aufbau der Dampfkesselanlagen und der Elektro-Energieerzeugung. Er wird bis ins Jahr 1941 andauern.

1938

Das Jahr ist gekennzeichnet durch den Bau der Anlagen für die Schmierölfabrik.

  •  Im Februar 1938 war Baubeginn für die Rohöldestillation. In den Jahren bis 1943 folgen kontinuierlich Phenolraffination (1940), Entasphaltierung/Entharzung (1941), Entparaffinierung (1941), Bleicherdeanlage /Bleicherdeextraktion (1941), Mischbetriebe und Verladung sowie der Tankanlagen, 1943 eine Schwefelsäureraffination.
  •  Im Dezember  werden die ersten Einheiten der Fischer-Tropsch- Synthese trotz technologischer Schwierigkeiten in Betrieb genommen.
  • Die Linde Luftzerlegungsanlage nimmt ihre Produktion auf.

Der Ort Lützkendorf wird in den Ort Krumpa eingemeindet und verschwand Mitte der 60ziger Jahre durch Überbaggerung von der Landkarte des Kreises Merseburg.

1939

Im Februar Fertigstellung und Probebetrieb der Rohöldestillation

  • Inbetriebnahme der Hydrierung.

Zum Einsatz für die Schmierölherstellung kommen Erdöl aus der Eigenförderung der Wintershall AG im norddeutschen Raum sowie Produkte aus der Synthese. Im Dezember 1939 verlassen die ersten Schmieröle das Werk.

Bombardierung 1944
Zerstörtes Werk 1945

1940

Durch Neu- und Erweiterungsbauten versucht man die bestehenden Schwierigkeiten zur Beherrschung der neuartigen synthetischen Treibstoffgewinnung (Schmalfeld-Synthese) selbst zu beheben.

1941

Der größte Tank Europas mit ein Fassungsvermögen von 20.000 m3 (der sogenannte "Europatank") ist Einsatz bereit.

1943

Die Anlagen sind überwiegend realisiert und im Dauerbetrieb. Das Produktionsregime verzeichnet weitgehende Sicherheit und Kontinuität. Eine wirtschaftliche Effizienz scheint erreichbar. In diese Stabilisierungsphase hinein erfolgen die alliierten Luftangriffe auf das mitteldeutsche Gebiet.

1944/1945

Im Werk sind 1944 ca. 5000 Beschäftigte tätig, zuzüglich ca. 3000 Fremdarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge.

  • Im Juli 1944 werden durch die alliierten Bombergeschwader die Syntheseanlage und Teile der Hydrierung erneut zerstört.
  • Das Ende für die Produktion des Treibstoffwerks Lützkendorf kam in der Nacht vom 8. zum 9. April 1945. Das Werk wurde insgesamt durch 15 Luftangriffe heimgesucht und verzeichnete letztlich einen Zerstörungsgrad von 75%.
  •  Am 13. April 1945 besetzen amerikanische Truppen das Werk.
  • Am 18. Juni kommt es zur Schließung des Werkes. Ende Juni 1945 verlassen die amerikanischen Truppen das Geiseltal.
  • Am 04.Juli 1945 erfolgt die Übernahme des Werkes durch die Sowjetische Militär-Administration (SMAD).
  •  Am 13. Juli wird die Bevölkerung zur Wiederaufnahme der Arbeit im Werk aufgerufen.
  •  Mit Befehl Nr.9 der SMAD vom 21.07.1945 wird der Wiederaufbau der industriellen Produktion im Mineralölwerk Lützkendorf zum 12.09.1945 angeordnet. Vorrangig sind die Energie-Erzeugungsanlagen instand zu setzen und wieder zu betreiben.
  •  Ab Oktober 1945 wird die Kohleförderung aus der Grube Cecilie wieder aufgenommen.
  • Bereits im Dezember 1945 erfolgte die erste Elektro-Energie-Abgabe ins das öffentliche Stromnetz.

Die Produktionsaufnahme der Rohöl-Destillationsanlage erfolgt am 25.11.1945. Dem lag die Anweisung der SMAD im Befehl Nr.102 vom 18.10.1945 zu Grunde („Wiederaufbau der Schmierstoffwerke im Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone“). Das eingesetzte Erdöl stammte zunächst aus Österreich (umgeleitete Reparationsleistungen an die SU). Später erfolgten die Erdöllieferungen ausschließlich aus der Sowjetunion.

1946

  • Zum 20.Juli 1946 wird das Gesamtvermögen der Wintershall AG, das betraf das Werk Lützkendorf, die Katorfabrik und die Grube Cecilie, zu Gunsten der Provinz Sachsen enteignet und in den Status eines volkseigenen Betriebes überführt.
  • Am 11.11. 1946 wird die Eingliederung des Werkes in die „Sowjetische Aktien Gesellschaft (SAG) für Brennstoffindustrie“ vollzogen. Vorausgegangen war die mit der SMAD- Anordnung Nr. 497 vom 20.05.1946 verfügte Sequestition des Betriebes mit der „Überführung des Werkes in die tatsächliche Verfügungsgewalt des Präsidenten der Provinz Sachsen“.
  • Demontage der von den Kriegseinwirkungen verschonten Ausrüstungen der Hydrierungs-Anlage. Überführung in die Sowjetunion als Reparationsleistung.
  • .Mitte 1946 können wieder Schmieröle ausgeliefert werden.

1947

Die Fischer-Tropsch-Synthese soll laut SMAD-Befehl Nr.134 vom 03.05.1946 am 01.03.1947 wieder in Betrieb gehen, Der hohe Zerstörungsgrad der Anlage, fehlende  finanzielle  Mittel und Materialbeschaffungsprobleme verzögerten die Produktionsaufnahme bis zum 15.02.1948.

  • Ab 01.05.1947 bis Ende 1948 werden Schuhsohlen, Kohlenanzünder und Flugzeugbenzin produziert.
  •  Ende 1947 sind im Werk noch ca. 3000 Personen beschäftigt.

1948

Am 01.07.1948 wird das Werk in den „Verband Volkseigener Betriebe (VVB) Kohlenwertstoffe“ eingegliedert. Damit endete die administrative Unterstellung zur SMAG (Sowjetischen Militär AG). Das Werk firmierte unter „VEB Mineralölwerk Lützkendorf“ Krumpa/Kreis Merseburg.

1949

Die Stabilisierung der Dampf- und Elektroenergieanlagen durch die Inbetriebnahme reparierter und neuer Dampfkessel, Turbinen und Schaltanlagen bestimmen die Arbeiten bis zum Jahr 1955.

Das Haupttor des Werkes, im Hintergrund Teile des Kraftwerkes und der Syntheseanlage 1950
Kraftwerk West mit Schwimmbad und Kulturhaus

1950

 

  • Alle Anlagen der Schmierölfabrik einschließlich Tanklager sind voll im Einsatz. Das produzierte Schmierölsortiment umfasst 11 Produktgruppen. Lützkendorf wird zum größten Schmieröl-Hersteller in der „jungen“ DDR.
  • Inbetriebnahme neuer Anlagen zur Vaseline- und Vergußmassen- Herstellung.

 1951

 

Gemäß Ministerrats Beschluss vom Dezember 1950 wird am 31.03.1951 die Synthese still gelegt. Stilllegung der Katorfabrik (Kontakte werden nicht mehr benötigt).

1952

 Das Mineralölwerk untersteht direkt dem Staatssekretariat für Chemie, Steine und Erden, „Hauptverwaltung (HV) Chemie.

  • Das 1951 begonnene Kulturhaus wird fertig gestellt. Nutzung eines Gebäudeflügels als Berufschule.

1953

  • Am 01.11.1953 erfolgt die Eingliederung des Betriebes in die „HV Flüssige Brennstoffe“ im Ministerium für Schwerindustrie, Bereich Chemie.
  • Am 07.12. 1953 ist der zweite neu erbaute Schornstein für das Kraftwerk einsatzbereit.
  • Im Werk sind noch ca. 2000 Personen beschäftigt.
  • Einweihung des 1952 begonnenen Schwimmbades am 20.06.

1954

Im Kraftwerk ist ein neuer 125t/h Strahlungskessel montiert, der 1955 gezündet wird.

 1955

  • Am 18.04.1955 wird der 1.Kesselwagen mit Erdöl aus der SU entladen.
  • Von der Staatlichen Plankommission wird die Bedarfentwicklung für Schmieröle bis 1961 erarbeitet. Unter Einbeziehung einer technischen Studie der Ingenieurtechnische Zentralstelle (IZ) Böhlen wird für den Standort Lützkendorf  eine neue Schmierölfabrik favorisiert.

 1956

Am 26.01.1956 bestätigt der Ministerrat der DDR das Vorhaben am Standort Krumpa im Kreis Merseburg.

  • Baubeginn des neuen Schmierölblockes ist der 10.09.1956.

1957

 In den Jahren 1957 und 1958 werden die Voraussetzungen für die neuen Schmieröl-Anlagen, Hilfseinrichtungen und Energieerzeugungsanlagen am Standort geschaffen.

1958

Ein neues Sozialgebäude wird seiner Nutzung übergeben.

 

1959

Die Anlage zur Herstellung von Weißölen und Ceresinen geht in Betrieb.

Destillation Süd 1961; im Hintergrund Destillation der alten Schnierölfabrik

1960

 Aufbau der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Schmierstoffe (Wissenschaftlich-Technisches Zentrum, WTZ.)

 

1961

 

Das Werk untersteht zwischenzeitlich der mit dem Chemieprogramm von 1958 gebildeten VVB Mineralöle und organische Grundstoffe, die 1967 in die VVB Mineralöle überführt wurde.

  • Die Tanklager (ETL, ATL und ZTL) sind Einsatz bereit.

 1962

 Inbetriebnahme der neuen Destillationsanlage am 30.04 1962 mit einem Festakt.

 1963

 Am 15.10. erfolgt die Übergabe der neuerbauten Entasphaltierung.

  • Es folgen am 20.10. die Selektivraffinatin, am 10.12. die Entparaffinierungs-anlage I und am 15.12. Kontaktbleicherei/Schwefelsäureraffination.

 1964

  • Die vorgenannten Anlagen sind im Dauerbetrieb.
  • Im neu erbauten Heizöl-Kraftwerk mit seinen zwei 100m Schornsteinen und einem Kühlturm, der in Betongleitbau entstand, gehen am 13.05. Kessel 1 und am 10.10. Kessel 2 in Betrieb. Als Brennstoff kommt ein Gemisch aus Heizöl (aus der Destillation) und Propanbitumen (aus der Entasphaltierung) zum Einsatz.
  • Das zentrale Forschungsgebäude mit angebautem Betriebsleitertrakt wird seiner Bestimmung übergeben.

 1965

  •  Zum 01.02. geht die Entparaffinierunganlage II in Betrieb.
  • Neben dem Rohölimport aus der SU kommt erstmalig der Rohstoff Hydrierabstreifer aus dem Hydrierwerk Zeitz zum Einsatz.
  • Halbtechnische Versuchsanlagen und ein moderner Motoren-Prüfstand im Direktionsbereich (DB) Forschung werden in Betrieb genommen.
  • Die Belegschaftszahl hat sich auf 4045 erhöht, zuzüglich 370 Lehrlinge (Zentrale Ausbildung für die Betriebe der VVB).

 1966

 Eine Garküche für den neuen Werksteil wird am  01.03 1966 eröffnet.

  • Der Kessel 3 (ein Kessel für 125t/h Dampf) wird am 26.11. gezündet.
  • Ein zweite Linde-Luftzerlegungsanlage geht in Betrieb.

 1967

 Die zweite Turbine (Nr. 8) ist zum 06.11. Betriebs bereit.

  • Compoundierungsanlage (Inline-Blending-Anlage) geht in Betrieb.

 

1968

 Die neu erbaute zentrale dreistufige Abwasseranlage (mechanisch, chemisch und biologisch) geht in Dauerbetrieb.

 

1969

Am 01.01.1969 kommt es zur Bildung des VEB Schmierstoffkombinates Zeitz mit dem Betriebsteil Lützkendorf.

1970

 Die VVB Mineralöle wird zum 01.01.1970 aufgelöst und das Petrolchemische Kombinat (PCK) Schwedt mit den Kombinatsbetrieben Mineralölverbundleitung (MVL) Heinersdorf, Hydrierwerk Zeitz, Kombinat Böhlen und ab 1984 Wittol Wittenberg gebildet.

Das Mineralölwerk Lützkendorf als Hauptschmierölproduzent der DDR untersteht weiterhin als Betriebsteil dem Kombinatsbetrieb Zeitz.

1971

Die Erweiterung der Weißölanlage ist abgeschlossen.

1972

 

Im Mai wird das Fachorgan „Umweltschutz“ gebildet. Aufgabe: Aufbau eines umfassenden Messwert-Netzes über Staub- und Schwefeldioxid-Emissionen, sowie Abwasserbelastungen.

 

1973

 Der Schachverein der BSG Chemie Lützkendorf spielt seit einem Jahr erfolgreich in der Sonderliga der DDR.

 

1974

  •  Der Baustart für eine eigene Additivanlage erfolgt. Das Vorhaben wird infolge von Auflagen durch den Umweltschutz erst im Jahr 1984 voll produktionsfähig.
  • Eine in Eigenregie gebaute Konfektionierungsanlage für Schmieröle wird im Zeitraum vom 12.04 bis 01.07 erfolgreich erprobt und ihrer Nutzung übergeben.

1976

 Das Objekt „Kalkhütte“ bei Urbach wird erworben und zum Kinderferienlager umgebaut.

 1977

 Das Werk wird über eine 15 km lange Rohrleitung an das Zentrale-Tanklager in Leuna/Spergau angeschlossen. Damit entfällt der Rohöltransport mittel Kesselwagen.

 1978

 Erweiterung des Naherholungszentrum „Scherbitzberg“ bei Naumburg, sowie Inbetriebnahme des dort erbauten Lagers für Arbeit und Erholung für die Lehrlinge.

 

1979

 

  • Am 08.06. erfolgt die Inbetriebnahme der rekonstruierten Kabelimprägnier-masse - Anlage.
  • Die erste Etappe zur „Schwedter Initiative“ („Weniger produzieren mehr“) ist bis 1985 konzipiert. Zielstellung: 744 VbE (Vollbeschäftigte Einheit) sind freizusetzen.
  • Die zweite Etappe ist für die Jahre 1986 bis 1990 geplant. Ziel: 3% -AK –Freisetzung.
Kraftwerk Süd mit Heizöltanklager 1985
Neue Bandbrücke für das Kraftwerk West 1986
Hauptwerkstatt, EPA-Süd, ZTL, RKW 1989/1990

1980

Im Kraftwerk- West wird ein Drehrohrofen für die Verbrennung eines Gemisches aus verbrauchter Bleicherde und Säureharz gezündet.

1981

Am 28.01. wird die in Eigenregie projektierte und erbaute Bitumen-Aufschmelz-Anlage für das auf Halde liegende Propan-Bitumen in Betrieb genommen.

1982

Am 21.12. wird die neuerbaute Hauptküche übergeben. Zum 17.01.1983 werden die ersten Essen ausgegeben.

 

 

1983

 

  • Ab 01.01. wird das Ferienheim „Großbreitenbach“ zur Nutzung übergeben.
  • Am 31.06.wird die Schwimmhalle übergeben. Sie erhält einen neuen Umkleidetrakt zum 10.11.1984. Die integrierte Sauna wird am 07.01. 1985 eröffnet.

 

1985

 

Baubeginn einer neuen Bekohlungsanlage für das Kraftwerk-West.

 

1986

 

  • Im Februar des Jahres wird die in Eigenentwicklung unter dem lizensierten Namen „DEKARON“ (Destillation-Raffination-Kontaktdestillation) und unter Eigenregie erbaute Industrie-Altölaufarbeitungsanlage in Betrieb genommen.
  • Im Rahmen des staatlichen Programms „Konsumgüter“ geht die Gatsch-Kohlenanzünder-Anlage nach einjähriger Bauzeit in Betrieb.

 

1987

 

Die intensivere stoffliche Nutzung der begrenzten Erdöllieferungen aus der SU erfordern die weitere Optimierung der Schmierölanlagen.

 

1988

 

Zahlreiche Instandsetzungs- und Rekonstruktions-Maßnahmen in den Anlagen prägen das Jahr.

 

1989

 

  • Die Anlage für chemisch-technische Produkte (CTP) löst die in den halbtechnischen Forschungs-Anlagen durchgeführten provisorischen Mischvorgänge für Spezialöle im Chargenbetrieb ab.
  • Die Belegschaft wird mit 3800 Personen angegeben.

 

1990

 

Am 09.06. erfolgt die Gründung der ADDINOL Mineralöl GmbH Lützkendorf, nach dem das PCK Schwedt mit der Wiedervereinigung und Einführung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zum 01.07.1990 entflochten wurde.

 

1991

 

Infolge des strukturellen Umbaus werden untypische Geschäftsfeldern (Werkstätten, Bauabteilung, Sozialeinrichtungen u. a.) ausgegliedert.

 

1992

 

Ende des Jahres beginnt der Rückbau von Produktions- und Hilfsanlagen, Energie-Betriebe und Sozialeinrichtungen.

 

1993

 

  • Das Werk führt die Bezeichnung „ADDINOL Mineralöl GmbH“. Der Name „Lützkendorf“ ist aus der Firmenbezeichnung verschwunden.
  • Die Gesellschaftsanteile hält die von der Regierung gebildete Treuhandgesellschaft, die eine Privatisierung des Unternehmens forciert.

 

1994

 

Eine Privatisierung endet letztendlich erfolglos.

 

1995

 

Die Demontagetätigkeiten werden zum typischen Geschehen im Werk bis 2006. Am ehemaligen Standort verbleiben einige unter Denkmalschutz gestellte Gebäude.

 

1996

 

Der Betrieb geht in Liquidation.

 

1997

 

Im Dezember wird ein Gesamtvollstreckungsverfahren über das Vermögen der ADDINOL Mineralöl GmbH eröffnet.

 

1998

 

Im Zuge der Liquidation des Unternehmens grüdet sich die „ADDINOL Lube Oil GmbH“, deren Unternehmenskonzept das „Erbe von ADDINOL“ beinhaltet.

 

1999

 

Die Herstellung der ADDINOL- Schmieröle erfolgt ab Januar mittels Lohn-Blending-Verfahren in einen Schmierstoffwerk in Duisburg.

Demontage DE 1 bis 3 des Heizölkraftwerkes 2000
Die Fackel der Destillation 2010, letztes Wahrzeichen der ehemals neuen Schmierölfabrik

2000

  • Am 22.07. werden die letzten weithin sichtbaren Wahrzeichen des Werkes, die Schornsteine des Heizöl-Kraftwerkes gesprengt.
  • Im August verlegt die ADDINOL Lube Oil GmbH ihren Geschäftssitz, Vertrieb und Forschung auf das ehemalige Werksgelände der Leuna-Werke (Bau eines neuen Betriebsgebäudes und Logistikzentrums) Damit wird nach 60 Betriebsjahren (1938 bis 1998) und 64 Standortjahren (1936 bis 2000) der traditionsreiche Schmierölstandort Krumpa im Geiseltal aufgegeben.
  • Die Belegschaft ist auf 50 Beschäftigte gesunken.

2004

 

Am 08.10.2004 wird der Name „ADDINOL Mineralöl GmbH“ aus dem Handelsregister Halle gestrichen.

Zusammengestellt für die Homepage des SCI Merseburg unter Verwendung eigener Aufzeichnungen und nachfolgender Literatur:

  1. Wolfgang Mertsching: „Die Geschichte des Mineralölwerkes Lützkendorf“ (Merseburger Beiträge zur Geschichte der chemischen Industrie Mitteldeutschlands Sachzeugen der Chemischen Industrie e.V., 5. Jg., Heft 1/2000)
  2. Karl-Heinz Schmidt: „Die Dampf - und Elektroernergie- Erzeugungsanlagen    des Mineralölwerkes Lützkendorf“ (Eigenverlag, März 2011)
  3. Internetseite „Das Geiseltal  …zwischen Korn, Kohle und synthetischem Benzin“

Karl-Heinz Schmidt im Januar 2015

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